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Ratgeber Bronchitis

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Bronchitis
Diagnose einer Bronchitis

Die akute und die chronische Bronchitis werden mit ähnlichen Verfahren diagnostiziert. Die Bronchien werden durch den behandelnden Arzt abgehört und abgeklopft, der Schleim (Auswurf) kann untersucht werden. Es ist wichtig, dass eine chronische Bronchitis möglichst frühzeitig erkannt wird. Vor allem müssen rechtzeitig etwaige Schadstoffe in der Luft, die ursächlich für die Erkrankung sind, erkannt und eliminiert werden. Wenn z. B. eine Feinstaubbelastung am Arbeitsplatz vorliegt oder der Betreffende Tabak konsumiert, kann man Maßnahmen ergreifen, diese Schadstoffe in Zukunft zu meiden. Eine beginnende Bronchialverengung (COPD) sollte bereits im Anfangsstadium diagnostiziert werden, damit die Erkrankung noch gut therapiert werden kann.

Diagnose einer Bronchitis

Die Diagnose der Bronchitis ergibt sich in erster Linie aus den Symptomen, die der Arzt beim Patienten erfragt. Es können aber weitere Untersuchungen nötig sein.

Die Diagnose der akuten Bronchitis

Für die Diagnose der akuten Bronchitis ist es wichtig zu fragen, ob die Beschwerden einer Erkältung vorliegen:

  • Husten
  • Mattheit
  • Halsweh
  • Schnupfen
  • Fieber
  • Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Dies sollte der Betroffene seinem Arzt mitteilen, wenn der Verdacht auf die Diagnose Bronchitis besteht. Ferner sind zur Diagnose bei Bronchitis folgende Fragen relevant:

  • Wird Schleim abgehustet? Wenn ja, welche Farbe hat der Schleim? (Meist ist der Auswurf zunächst weißlich. Später kann er gelblich werden durch die Beimischung weißer Blutkörperchen. Ist er grünlich, deutet dies auf eine bakterielle Infektion hin. Hustet man Blut mit ab, wird der Schleim bräunlich.)
  • Schmerzt beim Husten der Brustkorb?
  • Ertönt beim Atmen ein pfeifendes Geräusch?

Der Arzt wird die Bronchien abhören und abklopfen. Dies erlaubt ihm bei der Diagnose Bronchitis eine genauere Aussage über Atemgeräusche (z. B. ein Brummen). Häufig untersucht der Arzt auch noch die Ohren, den Mundraum, den Rachenraum, die Lymphknoten und die Nasennebenhöhlen. Es kann u. U. eine Blutuntersuchung oder eine Untersuchung des abgehusteten Schleims vorgenommen werden, um z. B. bestimmte Bakterien nachzuweisen. Klingen die Symptome nach zwei Wochen nicht ab, kann eine Röntgenuntersuchung zur weiteren Diagnose erforderlich sein. So kann der Arzt die Diagnose Lungenentzündung feststellen oder ausschließen. Auch wird dann die Diagnose gestellt, ob (allergisches) Asthma oder eine chronische Bronchitis vorliegt.

Die Diagnose der chronischen Bronchitis

Die Diagnose einer chronischen Bronchitis steht fest, wenn die Symptomatik der Bronchitis mindestens zwei Mal drei Monate in zwei nacheinander folgenden Jahren auftritt. I. d. R. kommen die Verfahren zur Diagnose der akuten Bronchitis auch hier zur Anwendung. Bei der Diagnose der chronischen Bronchitis kommen aber folgende Aspekte hinzu:

  • Relevant ist, ob der Betroffene raucht oder regelmäßig Passivrauch einatmet.
  • Es wird geklärt, ob der Patient Luftschadstoffe einatmet, z. B. am Arbeitsplatz oder durch den Wohnort an einer viel befahrenen Straße.
  • Liegen andere Erkrankungen vor, die die chronische Bronchitis begünstigen können (Asthma, Mukoviszidose, Lungenkrebs, Tuberkulose etc.)?
  • Ein Lungenfunktionstest (Spirometrie) erlaubt Einblick in die Funktionsfähigkeit der Lungen. Sind die Atemwege verengt? Ist die Atmung eingeschränkt?
  • Ein EKG gibt Aufschluss über etwaige Herzerkrankungen.
  • Die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) gibt Einblick in die Lungen.
  • Mit einer Blutgasuntersuchung lässt sich ein Mangel an Sauerstoff im Blut nachweisen.

Fedor Singer

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Therapie Bronchitis

Bei einer durch Viren ausgelösten Bronchitis wird die Krankheitsursache i. d. R. nicht therapiert. Anders ist dies bei einer bakteriellen Bronchitis, die mit Antibiotika behandelt werden kann. Grundsätzlich gilt es, nicht zu rauchen. Trockene und kalte Luft ist zu meiden. Wenn man Schadstoffen ausgesetzt wird, sollte eine Atemschutzmaske getragen werden. In entsprechenden Fällen helfen hustenstillende oder schleimlösende Mittel. In der Regel verabreicht man nicht beides gleichzeitig, weil diese Medikamente entgegengesetzte Wirkungen haben. Bewegung, körperliche Fitness und vor allem gezielter Lungensport unterstützen den Heilungsprozess. Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD) helfen Medikamente, die die verengten Atemwege erweitern. Eine COPD ist nach bisherigem Stand noch nicht heilbar.

Neben den medikamentösen Therapien hilft bei Bronchitis auch das Trainieren der Atemmuskulatur, die Inhalation, die Klopfmassagen zur Lösung des Schleims und bestimmte Impfungen. Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Bronchitis können viel trinken von Wasser oder heißen Getränken, vermeiden von Schadstoffen und körperliches Training sein. Auch die Impfung gegen Grippe kann den Körper ggf. gegen das Auftreten einer Bronchitis schützen. Die Inhalation von Ölen oder Salzlösung bei Erkältung kann ggf. ein Mittel sein, um eine Bronchitis zu vermeiden. Bei der Rauchentwöhnung können Nikotinpflaster, -kaugummis oder -sprays bei einigen unterstützend wirken. Auch Entwöhnungskurse versuchen Unterstützung zu bieten.

Die akute Bronchitis entsteht in den meisten Fällen durch Viren, seltener durch Bakterien. Es gibt Faktoren, die die akute Bronchitis begünstigen: Kälte (besonders im Winter), trockene, klimatisierte oder beheizte Luft oder Schadstoffe in der Luft, die eingeatmet werden. Diese können im dichten Straßenverkehr oder bei bestimmten Berufen besonders schädlich sein. Die chronische Bronchitis ist meist auf Rauchen von Zigaretten zurückzuführen. Passivraucher sind genauso gefährdet wie Raucher. Die chronische Bronchitis kann erhebliche Komplikationen nach sich ziehen, z. B. das Lungenemphysem oder eine Rechtsherzinsuffizienz, eine Schwäche der rechten Herzkammer. Bestimmte Erkrankungen können die Entstehung der Bronchitis begünstigen.